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Do 12. März 2026 – Kaminfeuergespräch mit Oliver Dürr, CEO Rheinmetall Air Defence

Am Donnerstagabend trafen sich 25 Mitglieder der OGB und OGF im stimmungsvollen Schlössli Ottoberg zum Kaminfeuergespräch mit Oliver Dürr, CEO der Rheinmetall Air Defence AG. Der exklusive Rahmen bot die perfekte Bühne für einen Abend, der inhaltlich wie atmosphärisch überzeugte.

Dürr sprach offen über seine Führungsprinzipien und machte sofort klar, worauf es für ihn ankommt: Ehrlichkeit, Offenheit und Transparenz sind der einzige Weg, um Projekte mit 700 Mitarbeitenden zu führen. Menschen wollten wissen, woran sie seien. Seine Botschaft war direkt, klar und praxisnah.

Besonders eindrücklich waren seine Einschätzungen zur sicherheitspolitischen Lage. Das Thema Sicherheit sei bei jungen Menschen wieder präsent. Solange Menschen wegen einer Thuja-Hecke stritten, brauche es die Rüstungsindustrie, meinte er pointiert. Mit sichtbarem Stolz erwähnte er, dass in Oerlikon ein Geschützturm günstiger gebaut werde als in Rumänien – ein Hinweis auf die Leistungsfähigkeit des Standorts Schweiz.

In der Fragerunde zeigte sich Dürr ebenso entschlossen wie pragmatisch. Er entscheide konsequent auch bei unvollständigen Informationen und habe „keine einzige offene Pendenz“. Auf die Frage nach der aktuellen Abhängigkeit von internationalen Rüstungsgütern wie Patriot oder Stinger antwortete er klar: Die Schweiz müsse wieder mehr selbst machen und Abhängigkeiten reduzieren – auch gegenüber den USA. Ebenso deutlich fiel seine Einschätzung zum Verkauf der Ruag Ammotec aus: Ja, es war ein Fehler.

Auf die Frage, wie er persönlich mit der enormen Arbeitslast umgehe, gab er einen bemerkenswerten Einblick: Auftragstaktik statt Mikromanagement – und die Fähigkeit, auch einmal zuzuschauen, wie etwas „verreckt“. Ein ehrlicher, ungefilterter Blick in die Realität eines CEO im Druckkessel der globalen Aufrüstung.

Beim anschliessenden Apéro wurden die Diskussionen lebhaft weitergeführt. Die Nähe zum Referenten, die offene Atmosphäre und die Qualität der Gespräche machten den Abend zu einem besonderen Erlebnis. Viele Teilnehmende blieben lange stehen – ein Zeichen dafür, wie inspirierend und wertvoll dieser Anlass war.